Respektvolles Miteinander in Wald und Flur

Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung symbolisiert engen Schulterschluss der beteiligten Akteure

Pressemitteilung - Im März diesen Jahres fiel der Startschuss für das Projekt der Erarbeitung eines kreisweiten Freizeitwegenetzes für den Landkreis Göppingen mit rund 70 anwesenden Vertretern der Kommunen, der Wander- und Radverbände, der Hotellerie und Gastronomie sowie aus Jagd, Naturschutz, Forst und Landwirtschaft.

Logo Respektvolles Miteinander

Bereits bei dieser Auftaktveransaltung betonte Landrat Wolff, dass eine breite Basis – also eine Einbindung aller betroffenen Akteure – unabdingbar für das Projekt eines kreisweiten Freizeitwegenetzes sei und dass nur mit Respekt, Toleranz und gegenseitiger Rücksichtnahme aller Akteure ein akzeptables Ergebnis erzielt werden könne.

Miteinander statt übereinander sprechen

Das Ziel, die doch so unterschiedlichen Interessengruppen unter einen Hut zu bekommen, beschreibt der Tourismusmanager des Landkreises und Projektleiter von Seiten des Landratsamts, Holger Bäuerle, nach der bisherigen Zusammenarbeit im Rahmen einer Pressekonferenz als eine große Herausforderung. “Aus den Rückmeldungen zur Auftaktveranstaltung haben wir mitgenommen, dass seitens der beteiligten Akteure die Bereitschaft vorhanden ist, aufeinander zu zugehen”. Dieses Signal hatte der Landkreis genutzt und Wanderer, Mountainbiker, Jäger, Förster, Naturschützer, Landwirte und Touristiker zu einem offenen Interessenaustausch in mehreren Sitzungen eingeladen.

Erfolg mit Signalwirkung

Das erste Ergebnis des Interessenaustausches wurde mit der Unterzeichnung der gemeinsamen Erklärung eines “Respektvollen Miteinanders” in Wald und Flur (56,7 KB)am 19. Oktober im Landratsamt erreicht. Mit ihrer Unterschrift setzen die beteiligten Akteure ein klares Zeichen: sie wünschen sich, dass bei der Erarbeitung eines kreisweiten Wegenetzes eine einvernehmliche Lösung für alle gefunden wird. Und den so unterschiedlichen Gruppierungen ist klar, dass dieses Ziel nur erreicht werden kann, wenn Kompromisse eingegangen werden.

Ein Erfolg mit Signalwirkung”, so beschreibt Landrat Edgar Wolff die Unterzeichnung der gemeinsamen Erklärung eines “Respektvollen Miteinanders”. Der gemeinsame Beschluss definiert die Grundregeln eines partnerschaftlichen und respektvollen Miteinanders in Wald und Flur und soll vor allem den Dialog untereinander fordern. Der in dem Papier enthaltene Verhaltenskodex fordert alle Nutzer von Wald und Flur zu mehr Respekt vor der Natur – mehr Rücksicht auf die Tier- und Pflanzenwelt und die anderen Nutzer auf.

Bei der Erstellung der Erklärung wurden schon vorhandene Handlungsempfehlungen, zum Beispiel die “Trailrules” der Deutschen Initiative Mountainbike e.V. oder das “Positionspapier Mountainbike” des Deutschen Alpenvereins e.V. berücksichtigt. “Man muss das Rad schließlich nicht neu erfinden”, so Landrat Edgar Wolff. “Wir haben uns die schon bestehenden Empfehlungen zum Vorbild genommen und dabei die für uns wichtigen Punkte herausgefiltert”.

Eigenes Logo für das “Respektvolle Miteinander”

Ganz neu ist dagegen das speziell für die gemeinsame Erklärung entwickelte Logo eines “Respektvollen Miteinanders” für den Landkreis Göppingen. Dabei symbolisieren die abgebildeten Piktogramme den gemeinsamen Schulterschluss der beteiligten Akteure. Das Logo soll künftig bei allen Kommunikationsmaßnahmen der Freizeitwegekonzeption eingesetzt und auch auf Infoschildern integriert werden, so dass der Wiedererkennungswert gegeben ist.

Hintergrundinformationen zur Freizeitwegekonzeption

Der Göppinger Kreistag beschloss im Juli 2014 die Erarbeitung einer kreisweiten Freizeitwegekonzeption und folgte damit der Empfehlung von FUTOUR – einem Umwelt-, Tourismus- und Regionalberatungsbüro aus Müchen, das im Rahmen der 2013 beschlossenen Tourismuskonzeption die Themen Rad und Wandern als wichtige und auszubauende Elemente für den Kreis Göppingen festhielt.

Das mit der Konzeptionsentwicklung beauftragte Planungsbüro VIA aus Köln, das bereits 2011 die Radverkehrskonzeption für den Landkreis erstellt hat, war in den letzten Monaten stark eingebunden. So wurde mit Hilfe der Städte und Gemeinden sowie den örtlichen Wander- und Radvereinen eine Bestandserfassung aller bestehenden oder geplanten Freizeitwege im Landkreis gemacht. Dieses “Rohwegenetz” wird bei den terminierten Workshops am 20. und 21. Oktober den beteiligten Akteuren präsentiert. In diesen regional aufgeteilten Arbeitsgruppen soll ein erster Vorschlag für das kreisweite Wegenetz entworfen werden. Dabei werden die bereits im Vorfeld durch den Arbeitskreis Mountainbike erarbeiteten allgemeingültigen Kriterien und Vorschläge für ein kreisweites Mountainbikewegenetz einfließen und sollen als Diskussionsgrundlage dienen.

Die gesteckten Ziele sind neben einer einheitlichen Beschilderung der Wege und der Ausweisung von Single-Trails für Mountainbiker auch die Schaffung von Ruhezonen und die Entlastung von Landschaftsteilen. Die bessere Vernetzung der Wege mit dem ÖPNV, der Sehenswürdigkeiten sowie den Gastronomie- und Beherbergungsbetrieben soll mit dem Projekt ebenfalls erreicht werden.

Meilenstein für die Freizeitwegekonzeption

Mit der gemeinsamen Erklärung ist ein wichtiger Meilenstein für die Entwicklung eines kreisweiten Freizeitwegenetzes für Wanderer, Mountainbiker und Reiter gesetzt. Doch steht man erst am Beginn eines langen Prozesses. “Wir haben das Ziel, bis Mitte 2016 die endgültige Fassung eines umfassenden Wegenetzes präsentieren zu können”, formuliert Bäuerle zuversichtlich im Rahmen der Unterzeichnung. Im Anschluss daran ist dann die konkrete Beschilderungsplanung vorgesehen, so dass voraussichtlich im Frühjahr 2017 mit der Umsetzung des Konzeptes begonnen werden kann.  

Weitere Informationen

"Gemeinsamer Beschluss der Nutzer von Wald und Flur für deren Erhalt und partnerschaftliche Nutzung" (56,7 KB)

Ansprechpartner:
Büro für Kreisentwicklung und Kommunikation
Tourismusförderung
Holger Bäuerle
Tel.:  07161 202-407
Fax: 07161 202-837
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