Respektvolles Miteinander

Gemeinsamer Beschluss für Nutzer von Wald und Flur

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Verhaltenskodex

  • Respektiere Wegsperrungen und die in der Freizeitwegekonzeption entwickelten Ruhezonen.
  • Hinterlasse keine Spuren wie Müll sowie Tierkot, behandle Deinen Weg schonend.
  • Handle vorausschauend und rücksichtsvoll. Passe dein Verhalten der jeweiligen Situation an. Sicherheit geht vor.
  • Respektiere andere Nutzer von Wald und Flur.
  • Nimm Rücksicht auf Tiere und Pflanzen.
  • Plane im Voraus und nutze das Tageslicht. Versuche die Dämmerung am Morgen und am Abend zu meiden.
  • Beachte das Betretungsverbot landwirtschaftlich genutzeter Flächen während der Vegetationszeit.
  • Bleibe auf den bezeichneten Wegen und meide Waldränder, so können sich Wildtiere besser an den Menschen gewöhnen.

Vereinbarung

Wir alle im Landkreis Göppingen nutzen und teilen gemeinsam Wald und Flur. Sei es in der Freizeit als Wanderer, Jogger, Mountainbiker, Hundebesitzer, Reiter oder andere Erholungssuchende, im Rahmen der Forst- und Landwirtschaft oder der Jagd. Wir bekennen uns als Vertreter von

Schwäbischem Albverein,
Deutschem Alpenverein,
 Allgemeinem Deutschen Fahrradclub,
 lokal organisierten Mountainbikegruppen und der Deutschen Initiative Mountainbike,
Forst- und Landwirtschaft,
Naturschutzbehörden und Landesnaturschutzverband,
 Kreisjägervereinigung,
 Waldbauverein,
Reitvereinigungen,
Erlebnisregion Schwäbischer Albtrauf und Touristikgemeinschaft Stauferland,
Kommunen und Landkreisverwaltung

zu einem partnerschaftlichen Miteinander im Sinne unser aller Interessen in Wald und Flur.

Das bedeutet für uns und unser Handeln:
Eine intakte Natur und Landschaft sind Grundlage für unsere Aktivitäten in Wald und Flur. Wir bekennen uns zu ihrem Erhalt und respektieren und unterstützen die Belange von Natur- und Landschaftsschutz.
Wald und Flur des Landkreises Göppingen bieten genug Platz für nachhaltige land- und forstwirtschaftliche Nutzungen sowie die Ausübung der Jagd, ebenso wie allen ökologisch vertretbaren Freizeitaktivitäten. Dabei respektieren wir die Rückzugsräume für die Wildtiere.
Wir respektieren die Interessen und Präsenz der anderen Nutzer von Wald und Flur. Gegenseitige Rücksichtnahme bei Begegnungen „draußen“ ist für uns selbstverständlich.
Wir unterstützen die Weiterentwicklung des kreisweiten Freizeitwegenetzes für Wandern, Mountainbiking und Reiten. Die sinnvolle Besucherlenkung für diese touristisch bedeutsamsten Freizeitaktivitäten sowie die Schaffung von Ruhezonen vermeidet unnötige Nutzungskonflikte.
Wir praktizieren und fördern den Dialog zwischen den einzelnen Wald- und Flurnutzern, z.B. im Rahmen des Interessenaustauschs der Freizeitwegekonzeption. Verständnis füreinander entsteht durch
Begegnung!
Wir handeln transparent: Vorhaben und Maßnahmen, die andere Nutzer betreffen, z.B. Wegesperrungen oder Veranstaltungen, kündigen wir rechtzeitig an, beachten wir und suchen dabei nach gemeinsamen
Lösungen.
 Wir setzen uns bei unseren eigenen Partnern, Mitarbeitern und Vereinskameraden, sowie in der touristischen Vermarktung vor Ort für die hier genannten Grundsätze ein und fördern auf diese Weise das gemeinsame Miteinander in und für Wald und Flur im Landkreis Göppingen.


Pressemitteilung Startschuss Respektvolles Miteinander

Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung


Heimische Wildtiere im Frühjahr und Sommer

Zeit von Geburt und Aufzucht

Wenn die ersten Schwalben endlich wieder ihre Flugkünste unter Beweis stellen, ist es klar: Der Sommer ist da. Für uns Menschen bedeutet dieser Jahreszeitenwechsel, mehr draußen zu sein, sich mehr zu bewegen, die Natur beim Baden oder Radfahren zu genießen. Und dies ist dank der länger werdenden Tage bald bis spät in den Abend hinein möglich.

Für die Tierwelt beginnt jetzt der immer wiederkehrende Rhythmus von Fortpflanzung, Geburt und Aufzucht von Neuem. Eine energiezehrende Zeit, in der der richtige Partner und schließlich geeignete Aufzuchtplätze für die Jungen gefunden werden müssen.
Bereits im März, noch vor der Rückkehr der Schwalben, beginnen manche Vögel mit dem Brutgeschäft. Auch die Rehgeiß ist jetzt tragend und verbringt ihren Tag mit der Nahrungsaufnahme. Während der Trächtigkeit ist ihr Nahrungsbedarf ungleich höher. Wird die Geiß durch unvorhergesehene Ereignisse plötzlich gestört, unterbricht sie die Nahrungsaufnahme, flüchtet und beginnt erst wieder zu fressen, wenn sie sich sicher fühlt. Diese Unterbrechungen können schnell zu Nahrungsmangel und damit zu einer schlechten Kondition bei Wildtieren führen. Ist die Geiß jedoch in keinem guten Ernährungszustand, ist auch ihre Milch weniger reichhaltig und sie wird ihr Kitz nicht optimal versorgen können.

Gerade die Morgen- und Abenddämmerung nutzen Wildtiere zur Nahrungsaufnahme. Zu diesen Zeiten ist es noch angenehm kühl, die Natur noch nicht von Besuchern bevölkert. Zu welchen Zeiten die Wildtiere aktiv sind, sollten wir bei unserer Naturnutzung berücksichtigen und Aktivitäten in den Dämmerungsstunden vermeiden. Wer dann schon oder noch im Wald unterwegs ist, sollte unbedingt auf den Wegen bleiben und zumindest Routen an Waldrändern meiden, da gerade hier das Wild vom Wald zum Äsen auf die Freiflächen wechseln möchte. Gerade in der Zeit, in der nicht nur Rehe ihre Kitze setzen, sondern auch manche Vögel ihre Nester am Boden bauen, um dort zu brüten, sollten auch Hunde auf den Wegen bleiben. Auch wenn er nicht gezielt jagt, scheucht ein abseits von Wegen, quer durch die Wiese oder den Wald laufender Hund, Wildtiere auf.